Empowerment für Geschichtsstudentinnen. Die schweigende Mehrheit zum Sprechen bringen

Antragstellerin: Dr.´in Britta-Marie Schenk, Historisches Seminar

Obwohl inzwischen mehr Frauen als Männer ein Geschichtsstudium beginnen, zeigt sich in den meisten geschichtswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen eine strukturelle Ungleichheit: Der Redeanteil der Studentinnen liegt in der Regel deutlich unter dem ihrer männlichen Kommilitonen. Diese Asymmetrie wird in den Proseminaren der Studieneingangsphase etabliert und setzt sich bis ins Masterstudium hinein fort. Das Projekt möchte zum Aufbrechen dieser Ungleichheitsstruktur beitragen, indem es in der Studieneingangsphase ansetzt: Im Wintersemester 2020/21 führt die Antragstellerin zusammen mit der Masterstudentin Yella Nicklaus ein Proseminar zur Geschlechtergeschichte der Bundesrepublik durch, das lehrkonzeptionell das Empowerment von Studienanfängerinnen zum Ziel hat. Die Ermutigung der Studentinnen, sich am Seminargespräch zu beteiligen, soll durch drei Aspekte erreicht werden: Erstens werden durch die Co-Leitung des Seminars durch eine fortgeschrittene Studentin Hierarchien zwischen Dozierenden und Studierenden abgebaut; zweitens werden verstärkt Methoden wie Kleingruppen eingesetzt, die den Redeanteil aller Student*innen erhöhen; drittens sollen Gleichstellungsthemen wie dominantes Redeverhalten und die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft auch im Seminar thematisiert werden.


Das Projekt wird mit 1.500 Euro gefördert.