Ideenkontest 3.0 Neue Wege zur Gleichstellung von Frauen und Männern an der Philosophischen Fakultät

Mit dem Ideenkontest hat die Philosophische Fakultät 2014 einen Auftakt gewagt, die gleichstellungspolitische Arbeit zu dezentralisieren und Maßnahmen bedarfsspezifischer zu formulieren. Ziel des Ideenkontests ist es, die Rahmenbedingungen strukturell zu verbessern, für (oftmals unbewusst stattfindende) Diskriminierungen zu sensibilisieren und somit die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu erhöhen. Im Juni 2019 startete die dritte Ausschreibungsrunde mit dem Ideenkontest 3.0.

Der Flyer zum Ideenkontest 3.0

Der Ausschreibungstext

 

Wir freuen uns sehr über die Förderung und Auszeichnung der folgenden Ideen aus dem Ideenkontest 3.0:

Innerparteiliche Gleichstellung in Zeiten des Mitgliederbooms

Antragstellerin: Dr.´in Sandra Brunsbach, Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

Im Forschungsprojekt „Innerparteiliche Gleichstellung in Zeiten des Mitgliederbooms“ sollen die Effekte des rapiden Parteiwachstums von Bündnis90/Die Grünen mit Blick auf Gleichstellungsfragen untersucht werden. Die Ergebnisse werden im Rahmen des institutsinternen „Brown-Bag“-Formats, in einem Seminar sowie in Publikationen präsentiert.

 

Mehr Infos folgen.


Das Projekt wird mit 1.484,08 Euro gefördert.

Frauenquoten: Instrument der Anti-Diskriminierung oder Diskriminierung mit anderem Vorzeichen?

Antragstellerin: Dr´in Andrea Klonschinski, Philosophisches Seminar

In diesem Workshop sollen Argumente für und gegen eine Quote sowie konkrete Probleme der Implementierung von Quotenlösungen diskutiert werden.

Das Programm des Workshops finden Sie hier.

 

Mehr Infos folgen.

Das Projekt wird mit 1.090 Euro gefördert.

 

Austellung: Die Vergangenheit aufdecken. Frühe Archäologinnen in Schleswig-Holstein

Antragstellerin: Dr.´in Julia Koch, Institut für Ur- und Frühgeschichte/SFB 1266

Mit der Wanderausstellung wird den Studierenden Vorbilder für weibliche Berufswege aus den Generationen der ersten Wissenschaftlerinnen vorgestellt. Das anhaltende Schweigen zu den Leistungen von Archäologinnen im 19. und frühen 20. Jahrhundert und die gleichzeitige Fokussierung auf ein paar wenige Ausnahmen wie die Kieler Museumsdirektorin Prof. Dr. h.c. Johanna Mestorf wird damit weiter aufgebrochen.
Das Projekt „Archäologinnen in Schleswig-Holstein“ soll im Frühjahr 2020 die Biographien und berufliche Laufbahnen von Frauen, die entweder in Kiel promoviert wurden oder an der CAU sowie in Schleswig-Holstein gearbeitet haben, für eine breitere Öffentlichkeit aufbereiten. Konkret werden folgende Frauen vorgestellt:

  • Prof. Dr. h.c. Johanna Mestorf (1828-1909), Autodidaktin, Museumsdirektorin in Kiel.
  • Käte Rieken, geb. von Preen (1865-1917), Autodidaktin, Bodendenkmalpflegerin in Schleswig-Holstein und Sammlungsleiterin in Cottbus.
  • Dr. Gertrud Dorka (1893-1976), Promotion an der CAU, Museumsdirektorin in Berlin.
  • Dr. Hertha Sauer (1896-1975), Promotion an der Uni Leipzig, Lehrbeauftragte an der CAU.
  • Dr. Gisela Asmus (1905-?), Promotion an der CAU, Anthropologin an der Uni Köln.
  • Dr. Johanna Brandt, geb. Peters (1922-1996), Promotion an der CAU, Bodendenkmalpflegerin im Rheinland.

 

Focus liegt dabei auf den Leistungen und Erfolgen der Frauen sowie den Widerständen, die zu Anpassung, Umwegen und Brüchen in ihren Biographien führten. Ein Einführungstext ordnet die Biographien in die Geschichte der Frauenbildung und in die wechselnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Frauen in der Wissenschaft vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik ein.
Die Ausstellung wird 14 Roll-ups umfassen (1x Einführung, 6x Biographien, jeweils in Deutsch und in Englisch), die flexibel aufgestellt werden können. Kooperationspartner sind das Institut für Ur- und Frühgeschichte, das Institut für Klassische Altertumskunde, Abt. Klassische Archäologie und der Förderverein Archäologie Schloss Gottorf e.V. Die Ausstellung wird ab September 2020 im Rahmen von Veranstaltungen und Fachtagungen an der CAU sowie an verschiedenen Museen in Schleswig-Holstein präsentiert.

Das Projekt wird mit 1.300 Euro gefördert.

Gender Relations_On Air!

Antragstellerin: Dr.´in Martina Röthl, Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde

Im Projekt „Gender Relations_On Air!“ sollen gemeinsam mit Studierenden die Geschlechterdimension berücksichtigende Radiofeatures erstellt werden. Sie werden dabei von der Antragstellerin sowie einer Radiomacherin, die Ethnologie studiert hat, unterstützt. Die Features sollen über ein Onlineradio des Nord Kollegs Rendsburg ausgestrahlt werden.


Mehr Infos folgen.

Das Projekt wird mit 1.500 Euro gefördert.

Empowerment für Geschichtsstudentinnen. Die schweigende Mehrheit zum Sprechen bringen

Antragstellerin: Dr.´in Britta-Marie Schenk, Historisches Seminar

Obwohl inzwischen mehr Frauen als Männer ein Geschichtsstudium beginnen, zeigt sich in den meisten geschichtswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen eine strukturelle Ungleichheit: Der Redeanteil der Studentinnen liegt in der Regel deutlich unter dem ihrer männlichen Kommilitonen. Diese Asymmetrie wird in den Proseminaren der Studieneingangsphase etabliert und setzt sich bis ins Masterstudium hinein fort. Das Projekt möchte zum Aufbrechen dieser Ungleichheitsstruktur beitragen, indem es in der Studieneingangsphase ansetzt: Im Wintersemester 2020/21 führt die Antragstellerin zusammen mit der Masterstudentin Yella Nicklaus ein Proseminar zur Geschlechtergeschichte der Bundesrepublik durch, das lehrkonzeptionell das Empowerment von Studienanfängerinnen zum Ziel hat. Die Ermutigung der Studentinnen, sich am Seminargespräch zu beteiligen, soll durch drei Aspekte erreicht werden: Erstens werden durch die Co-Leitung des Seminars durch eine fortgeschrittene Studentin Hierarchien zwischen Dozierenden und Studierenden abgebaut; zweitens werden verstärkt Methoden wie Kleingruppen eingesetzt, die den Redeanteil aller Student*innen erhöhen; drittens sollen Gleichstellungsthemen wie dominantes Redeverhalten und die strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft auch im Seminar thematisiert werden.


Das Projekt wird mit 1.500 Euro gefördert.