Konzept

Das Konzept der BAMU wurde am 14. April 2021 im Fakultätskonvent diskutiert und beschlossen. Die konstituierende Sitzung fand am 11. Juni 2021 statt. In der Sitzung vom 7. Juli 2021 wurden Prof.in Béatrice Jakobs (Romanisches Seminar) und Lennart Riepenhusen (ZfS, Bereich DaF) als Kommissionsleitung gewählt.

 

 

BAMU-Kommission
der Philosophischen Fakultät der CAU zu Kiel
Kommission zur Beurteilung der Auswirkungen pandemiebedingter Maßnahmen auf die Universitätskultur

 

Die Aufgabe der Kommission ist die nachträgliche und begleitende Reflexion der Pandemie-Maßnahmen in Hinblick auf einen Wandel der universitären Kultur an der Philosophischen Fakultät der CAU. Sie soll losgelöst von bestehenden Sachzwängen und unabhängig von bestehenden Gremien vergangene Entscheidungen und bestehende Einschränkungen in Hinblick auf von ihnen freigesetzte Transformationsimpulse reflektieren. In ihr soll eine primär qualitative Folgenabschätzung der Schließungen, Veranstaltungsausfälle und der Digitalisierung von Arbeitsprozessen in Forschung, Lehre und Studium erarbeitet werden, die kultur- und geisteswissenschaftliche Perspektiven in substanziellem Umfang integriert.

 

Eine derartige Kommission auf Fakultätsebene einzurichten ist deshalb als fruchtbar zu erachten, da so die grundsätzlich verschiedenen Arbeitsweisen sowie Fächer- und Wissenskulturen der Philosophischen Fakultät im Vergleich zu anderen Fakultäten berücksichtigt werden können. Für eine reflektierende und vergleichende Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Pandemie auf Universitätsebene wäre langfristig auf die Einrichtung von vergleichbaren Kommissionen an anderen Fakultäten zu hoffen.

 

Ziel der Kommission ist es, den durch die Pandemie ausgelösten Wandel der universitären Kultur bewusst zum Gegenstand der universitären und politischen Auseinandersetzung zu machen, eine Verselbstständigung krisenbedingter Transformationen zu verhindern und die weitere Entwicklung der Philosophischen Fakultät insbesondere in Hinblick auf die Übergangszeit in den Regelbetrieb zu informieren. Als fakultätsinterne Kommission soll sie ihre Arbeit in Hinblick auf die fachspezifischen Arbeitsweisen der Philosophischen Fakultät möglichst fokussieren, etwa hinsichtlich der Besonderheiten besonders vieler diskurs- und literaturintensiver Studiengänge, aber auch mit Blick auf wegfallende praktische Anteile in Forschung und Lehre. Dafür ist die Kommission dazu angehalten, möglichst viele Perspektiven der unterschiedlichen Fachbereiche mit einzubeziehen, insbesondere, aber nicht nur durch den Austausch im Fakultätskonvent.


Hauptaufgabe:

Zum Ende ihrer Tagungsperiode formuliert die Kommission einen ausführlichen, schriftlichen Bericht über die Folgen der Krisenmaßnahmen für die Philosophische Fakultät. Der Bericht wird zunächst dem Fakultätskonvent und nach ausführlicher Diskussion auch dem Senat und Präsidium der CAU sowie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein vorgelegt. Der Bericht soll die Auswirkungen der Maßnahmen thematisieren und aus Sicht der von den Maßnahmen Betroffenen eine langfristige und reflektierte Perspektive auf mögliche Zukünfte und Entwicklungstendenzen darlegen.

 

Ihre thematischen Schwerpunkte werden von den Kommissionsmitgliedern vor allem mit Blick auf die in den Fächern und im Konvent vorrangig diskutierten und berichteten Themen ausgewählt. Die nachfolgende Liste stellt dementsprechend keinen festen Katalog dar, sondern soll als Richtlinie und Anregung für die Kommissionsarbeit dienen.


Der zu erstellende Bericht der Kommission zielt primär auf die Reflexion der Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen

 

  • auf Fächer- und Wissenskulturen,
  • für die universitäre Öffentlichkeit und den inneruniversitären Austausch,
  • auf den Charakter von Forschung und Lehre,
  • auf den Charakter eines Hochschulstudiums,
  • auf Bildungs- und soziale Gerechtigkeit,
  • die Betrachtung der Möglichkeiten und Grenzen voll- und teildigitalisierter Forschung, Lehre und Studierens.

 

Darüber hinaus ist es wünschenswert, Gleichstellungs- und Genderaspekte sowie die ökologisch nachhaltige Gestaltung der Universität in die Reflexion der Auswirkungen der Infektionsschutzmaßnahmen mit einfließen zu lassen.

 

Die Arbeit der Kommission soll mit einer ersten konstituierenden Sitzung beginnen, bei der die Kommission über die Details ihrer Arbeit entscheidet. Dies kann unter anderem betreffen:

 

  • Die Festlegung fakultätsspezifischer Themenschwerpunkte
  • Die interne Arbeitsorganisation (z.B. Wahl eines Vorsitzes, die Bildung von Arbeitsgruppen)
  • Die Abgrenzung zu und Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen (z.B. Zentraler Ausschuss für Grundsatz- und Hochschulgesetz-fragen)

 

Weitere Aufgaben:

Die Kommission kann vorausgreifend oder im Zusammenhang mit dem Abschlussbericht Entwicklungsimpulse für die Übergangszeit in den Regelbetrieb empfehlen, sofern diese auf Erkenntnissen der Folgenabschätzung beruhen.

 

Sie kann als unabhängige Ansprechpartnerin anderer Stellen Perspektiven zu konkreten Sachfragen aufzeigen. Dies beinhaltet auch, aber nicht nur, die vorausgreifende Folgeneinschätzung einzelner Maßnahmen, etwa die Teilschließung der Universitätsbibliothek.

 

In Abstimmung mit dem Konvent kann die Kommission, ihr Mandat betreffende, öffentliche Stellungnahmen und Pressemitteilungen der Universität oder Philosophischen Fakultät anregen, die auch, aber nicht nur, den universitären Ausnahmebetrieb in der Pandemie und den Regelbetrieb der Zukunft betreffen. Wünschenswert, aber im Ermessen der Kommission, ist die Zusammenarbeit mit ähnlichen Kommissionen an den anderen Fakultäten der CAU, z.B. um ein repräsentatives Bild der Auswirkungen pandemiebedingter Maßnahmen auf den Universitätsstandort Kiel als ganzen zu gewinnen.

 

Zusammenarbeit mit dem Fakultätskonvent:

Die Kommission soll bei ihrer Arbeit eng verzahnt sein mit dem Konvent und diesen durch ihr Zuarbeiten gleichermaßen strukturieren und entlasten. Die Erarbeitung des Berichts stellt dementsprechend keine Auslagerung der im Konvent geführten persönlichen Auseinandersetzungen dar. Der erarbeitete Bericht der Kommission soll in Form einer Diskussionsgrundlage für den persönlichen Austausch im Konvent als unterstützendes Angebot fungieren und gleichzeitig die Auseinandersetzungen und Berichte aus dem Konvent explizit in ihre Reflexionen mit einbeziehen.

 

Abgrenzung zum Senatsausschuss für Qualitätsmanagement:

In den Aufgabenbereich der Kommission fällt weder internes Monitoring, noch hochschulstrategische Fragen im engeren Sinne. Ziel der Kommission ist nicht die Produktion von qualitätssteigerndem Handlungswissen für Universitätsangehörige, sondern zunächst die Feststellung und Benennung von qualitativen Veränderungen in der Universität als komplexem, sozialem Ort und ihrer gesellschaftlichen Funktion. Wo es diese Untersuchung stützen kann und die Unabhängigkeit weiterhin gewährleistet ist, kann die Kommission in Einzelfragen den Ausschuss für Qualitätsmanagement als Ansprechpartner in Anspruch nehmen.

 

Zusammensetzung: 3:3:3:3 (Prof.es : Wiss. Dienst : Studierende : Technik und Verwaltung)

 

Eine möglichst vielfältige Zusammensetzung in Bezug auf die Fachbereiche der Philosophischen Fakultät wäre wünschenswert, ohne Anspruch auf eine flächendeckende Repräsentation aller Fachkulturen. Außer den Personen der jeweiligen Statusgruppen können in einzelnen Sitzungen auch Personen eingebunden werden, die qua Amt/Tätigkeit wichtig sind oder in besonderem Umfang auf Erfahrungswissen zurückgreifen können. Also etwa der Studiendekan, die Beauftragten oder Ausschüsse der Fakultät, Interessensvertretungen – ausdrücklich auch gewerkschaftliche – oder studentische Hochschulgruppen.

 

Sitzungshäufigkeit: alle zwei Monate.


Dauer: Die Kommission tagt zunächst über ein Jahr.

 

Sollte zum Ablauf dieser Periode weiterhin Einschränkungen des Universitätsbetriebes bestehen oder weiterhin der Bedarf gesehen werden, auch nach der Rückkehr in den Präsenzbetrieb, die Auswirkungen der Pandemie auf die Fakultät zu beurteilen, wird sie erneut besetzt. Unabhängig von der etwaigen Rücknahme von Einschränkungen bleibt sie stets über eine volle Periode bestehen.

 

Alle Sitzungen sind öffentlich. Die Kommission informiert ohne Aufforderung transparent über den Fortschritt und die (Zwischen-)Ergebnisse ihrer Arbeit.

Leitlinien für die Arbeitsgruppen

NOTA BENE: Die nachfolgenden Leitlinien basieren auf dem vom Konvent verabschiedeten Konzept der BAMU-Kommission, ergänzt durch einzelne Aspekte, die in der konstituierenden Sitzung der Kommission von den Anwesenden als wichtig erachtet wurden (cf. Ideenpad). Die organisatorischen Leitlinien wurden von der Kommissionsleitung (samt Berater*innen) zur Erleichterung der gemeinsamen Arbeit entwickelt, in der Sitzung am 07/07/21 präsentiert und angenommen.

 

I. Inhaltliche Leitlinien

  • Aufgabe der Arbeitsgruppen ist es »vergangene Entscheidungen und bestehende Einschränkungen in Hinblick auf von ihnen freigesetzte Transformationsimpulse (zu) reflektieren«, dabei geht es eher um eine Bestandsaufnahme denn um die Formulierung von Handlungsempfehlungen.
  • Schwerpunkt: In den Arbeitsgruppen einer Kommission der Philosophischen Fakultät sollte auf fakultätsspezifischen Aspekten ein besonderes Augenmerk liegen; in welchem Maße die Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen

- auf Fächer- und Wissenskulturen  

- für die universitäre Öffentlichkeit und den inneruniversitären Austausch

- auf den Charakter von Forschung und Lehre

- auf den Charakter eines Hochschulstudiums

- auf Bildungs- und soziale Gerechtigkeit

- auf Möglichkeiten und Grenzen voll- und teildigitalisierter Forschung, Lehre und Studiums

- auf Möglichkeiten der Arbeits- und Lebensgestaltung (Zeit für Care-Arbeit, Schwierigkeit der Trennung von Freizeit und Arbeit, wenn alles am gleichen Ort stattfindet

- auf Möglichkeiten der Teilhabe (techn. Ausstattung, Wohnsituation, (Un-)Sichtbarkeit)

- auf die Bedeutung von softskills – Studium <> Sammeln von Leistungspunkten im Einzelnen reflektiert wird, richtet sich nach der thematischen Ausrichtung der jeweiligen Arbeitsgruppe.

  • Gleichstellungs- und Genderaspekte sowie Fragen der ökologisch nachhaltigen Gestaltung der Universität, gilt es jeweils mit einzubeziehen, so dies den fakultätsspezifischen Rahmen nicht sprengt.

 

II. Organisatorische Leitlinien

Die Arbeitsgruppen organisieren im Allgemeinen selbständig Rhythmus und Modus ihrer Arbeit; sollten aber für Kontakt und Austausch mit der Kommission und der Universitätsöffentlichkeit sorgen, das heißt:

  • Es gilt eine*n Sprecher*in zu wählen, welche*r regelmäßig im Austausch mit der Kommissionsleitung steht.
  • Bei den Plenarsitzungen sollte die AG durch mindestens ein Mitglied vertreten sein, dies kann, muss aber nicht gewählte*r Sprecher*in sein.
  • Arbeitsergebnisse und Entscheidungen sollten in Protokollen o.ä. festgehalten und im Ordner der Cloud veröffentlicht werden.
  • Der Kreis der AG sollte durch Expert*innen, die dauerhaft oder vorübergehend am Projekt mitarbeiten, erweitert werden.