Ideenkontest 2.0 Neue Wege zur Gleichstellung von Frauen und Männern an der Philosophischen Fakultät

Mit dem Ideenkontest hat die Philosophische Fakultät 2014 einen Auftakt gewagt, die gleichstellungspolitische Arbeit zu dezentralisieren und Maßnahmen bedarfsspezifischer zu formulieren. Ziel des Ideenkontests ist es, die Rahmenbedingungen strukturell zu verbessern, für (oftmals unbewusst stattfindende) Diskriminierungen zu sensibilisieren und somit die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu erhöhen. Im Februar 2017 startete die zweite Ausschreibungsrunde mit dem Ideenkontest 2.0. Die eingereichten Anträge haben das kreative Potential sowie die vielfältigen Herausforderungen für die Gleichstellungspolitik an der Philosophischen Fakultät deutlich gemacht.

Der Flyer zum Ideenkontest 2.0 (pdf)

Der Ausschreibungstext

Wir freuen uns sehr über die Förderung und Auszeichnung der folgenden Ideen aus dem Ideenkontest 2.0:

Summer School „Feminism and the Philosophy of Science“

Antragsstellerinnen: Cornelia Knieling, Dr. Astrid von der Lühe – Philosophisches Seminar

Vom 21.-26.08.2017 wird am Philosophischen Seminar die Summer School „Feminism and the Philosophy of Science“ für Studentinnen* ausgerichtet. Teilnehmen können bis zu 20 internationale Studentinnen* im fortgeschrittenen Philosophiestudium.

Die Summer School ermöglicht einerseits, interessierten Studierenden, sich mit diesem noch relativ jungen Gebiet in der Wissenschaftsphilosophie auseinanderzusetzen und bereits während der Summer School Kontakt zu Wissenschaftler*innen in dem Gebiet aufzunehmen. Zum anderen bietet die Summer School tägliche Workshops an, in denen Kompetenzen vertieft werden und den jungen Akademikerinnen* in der Philosophie zu einem besseren Selbstbewusstsein verholfen wird.

Das geförderte Teilprojekt des Gesamtprojektes der Umsetzung der Summer School umfasst die Ermöglichung der voraussetzungsarmen Teilnahme vor allem mehrfach benachteiligter Frauen*. So wird den Teilnehmerinnen* die Unterkunft und ein Catering während der Veranstaltungszeit gestellt. Frauen*, die einer Mehrfachbenachteiligung ausgesetzt sind, weil sie z.B. einen Migrationshintergrund haben, werden im Besonderen aufgefordert sich zu bewerben und werden bevorzugt angenommen.

Alle weiteren Informationen, insbesondere zur Durchführung und Bewerbung, sind der Website zu entnehmen: www.femsummer.weebly.com

 

Das Projekt wird mit 1.500 Euro gefördert.

F*ALS. Frauen in Italien: Arte*Letteratura*Societá*

Antragstellerin: Dr. Francesca Bravi – Romanisches Seminar

Das Projekt F*ALS. Frauen in Italien: Arte*Letteratura*Societá* beschäftigt sich mit dem Thema der Gleichstellung von Frauen Italien (*F) in den Bereichen Kunst, Literatur und Gesellschaft (ALS: Arte*Letteratura*Societá*). Dafür werden eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, die das Thema sowohl innerhalb als auch außerhalb der CAU vertiefen werden, damit ein möglichst breites Publikum erreicht und sensibilisiert werden kann. Unter anderem sind eine Kunstausstellung, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen, Arbeit, italienische Gesellschaft und Migration“ sowie ein Leseabend mit Texten italienischer Schriftstellerinnen geplant.

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Das Projekt wird mit 1.480 Euro gefördert.

Ringvorlesung „Frauen im Fokus der Regionalgeschichte. Schleswig-Holstein vom Mittelalter bis heute“

Antragstellerin: Dr. Nina Gallion – Historisches Seminar, Abteilung für Regionalgeschichte

Wenngleich die Gender Studies mittlerweile eine etablierte Teildisziplin der Geschichtswissenschaft darstellen, gibt es noch zahlreiche Desiderate – zu denen insbesondere regionalgeschichtliche Themen und Fragestellungen im Bereich der Geschlechtergeschichte zu zählen sind. In gängigen Standardwerken zur Geschichte Schleswig-Holsteins etwa werden Frauen kaum erwähnt und schon gar nicht als handelnde Akteurinnen thematisiert. Aus diesem Grund umfasst das Projekt eine Ringvorlesung, die in insgesamt 14 chronologisch geordneten Vorträgen dem historischen Wirken von Frauen in herrschaftlicher, geistlich-religiöser, akademischer, wirtschaftlicher, politischer, kultureller und gesellschaftlicher Perspektive nachspürt und sowohl Einzel- als auch Gruppenbiographien vom Mittelalter bis in die aktuelle Zeitgeschichte einschließt. Um die angesprochenen Themen nachhaltig in der Forschungslandschaft zu verankern, ist im Anschluss an die Ringvorlesung eine Publikation der Beiträge in Buchform vorgesehen.

Das Projekt wird mit 1.500 Euro gefördert.

Studientag „Geniale Künstler vs. Malende Mädchen“

Antragstellerin: Eva-Maria Sahle – Kunsthistorisches Institut

Mit dem Studientag „Geniale Künstler vs. malende Mädchen? Genderaspekte in Kunst und Kunstpädagogik“, bestehend aus einem Vortrag, einem anschließenden Workshop und einer abschließenden Diskussion soll die Ausbildung von Gender-Kompetenz in der Lehre am Kunsthistorischen Institut (Kunstdidaktik/ Kunstgeschichte) angebahnt werden.

Ziel des Studientags ist die Förderung von Gender-Kompetenz von Studierenden und Lehrenden im kunsthistorischen und kunstpädagogischen Kontext durch eine Sensibilisierung für vorhandene geschlechtsspezifische Stereotype, Diskriminierung, Geschlechterungleichheit, sowie die Schärfung eines Bewusstseins für die Konstruktion dieser Bedingungen durch Strukturen von Kunstmarkt, Kunsthochschulen und Gesellschaft.

Der Studientag findet am 24. November 2017 statt.

Das Projekt wird mit 800 Euro gefördert.

„Hart aber Fair“

Antragstellerinnen: Anne Döring, Melanie Reichert – Philosophisches Seminar

In Deutschland müssen sich Gleichstellungspolitik und feministische Positionen immer noch für ihre bloße Existenz rechtfertigen. Dies lässt sich sehr eindrucksvoll am Beispiel der TV-Talkshow „Hart aber Fair: Nieder mit den Ampelmännchen. Deutschland im Gleichheitswahn?” illustrieren, die 2015 im WDR ausgestrahlt wurde. Das TV-Podium versammelte unter der Moderation von Frank Plasberg fünf Gäste: Anton Hofreiter (Die Grünen); Wolfgang Kubicki (F.D.P), Anne Wizorek (Medienberaterin; #aufschrei ); Birgit Kelle (für „femininen Feminismus”) und Sophia Thomalla (Schauspielerin, „It-Girl”) in heiter-aufgeregter Gesprächsrunde. Diskutierte Themen waren u.a. Frauenquote, Lohngerechtigkeit, Gender-Mainstreaming. Dabei waren es nicht nur die von Zeit zu Zeit gezeigten Einspieler, die diese Themen ridikülisierten und Geschlechterpolitik als Veruntreuung von Mitteln öffentlicher Hand inkriminierten, sondern auch die gesamte Gesprächssituation. Insbesondere die Diskussion um die Unterscheidung von Sex und Gender wurde durchweg bagatellisiert und diminuiert. An die Ausstrahlung der Sendung schloss sich eine hitzige öffentliche Debatte.

Das Projekt unternimmt eine künstlerische Aufarbeitung dieser Sendung, durch die sowohl Präsentationsformen und Themen der Debatte als auch die Verfasstheit von Geschlechterkategorien in Frage gestellt werden sollen. In einem professionellen Reenactment der Sendung sprechen insgesamt sechs Schauspieler*innen auf der Bühne ein Wort-für-Wort-Transkript dieser Sendung. Konzeptuelle Folie bildet hierbei der Verfremdungseffekt des Brechtschen Theaters.

Das Projekt wird mit 1.500€ gefördert.